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Seitenübersicht: Der Dieselmotor

Der Dieselmotor.

Wir werden noch auf lange Sicht hocheffiziente Verbrennungsmotoren brauchen und bauen.

Christoph Schröder

Geschäftsführer BMW Group Werk Steyr

Geschichte des Dieselmotors.







Als vor mehr als 100 Jahren Rudolf Diesel den selbstzündenden Verbrennungsmotor auf Basis von theoretischen Überlegungen erfand, schien dem damaligen Dieselmotor wegen seiner Größe und Langsamkeit ein Anwendungsbereich ausschließlich im ortsfesten Betrieb vorbehalten zu sein. Im Zuge der technischen Weiterentwicklung wurde der Wirkungsgrad von Dieselaggregaten jedoch um ein Vielfaches verbessert, und so gehört der Dieselmotor heute zu den marktbeherrschenden Antriebsaggregaten in Europa. 

Im Nutzfahrzeugbereich stellt er seit Jahrzehnten praktisch die einzige Antriebsquelle dar, aber auch im PKW-Bereich ist die Bedeutung des Dieselmotors durch die fortschreitende Verbesserung der Gebrauchseigenschaften gewachsen. Die prinzipiellen Eigenschaften wurden insbesondere durch die großen Entwicklungsschritte seit den 80er Jahren so kultiviert, dass der Dieselmotor im PKW zu einer attraktiven Alternative zum Ottomotor geworden ist. 

Aufgrund der verbesserten Dynamik und Akustik fiel in dieser Zeit die Entscheidung für den Serieneinsatz des Dieselmotors in BMW Automobilen. Die Geschichte der BMW Dieselmotoren begann 1979 mit der Gründung des BMW Motorenwerks in Steyr.

1983 liefen in unserem Werk die ersten Dieselmotoren vom Band - und schrieben Geschichte. Sie überzeugten durch ein hohes Leistungsniveau, dynamische Kraftentfaltung und Agilität, ausgezeichnete Laufkultur, vorbildliches Emissionsverhalten und niedrigen Kraftstoffverbrauch. Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Juni 1998 feierte der BMW Dieselmotor in einem BMW 320d einen historischen Sieg. Überlegen in Führung liegend, brachte Hans Joachim Stuck den BMW 3er Supertourenwagen mit Dieselmotor nach 24 Stunden ins Ziel. Zum ersten Mal machte ein Dieselmotor bei einem solchen Marathon das Rennen. Er sicherte sich damit einen Platz in der Renngeschichte und demonstrierte auf eindrucksvolle Weise die Leistungsfähigkeit der modernen Dieseltechnologie.

Vom BMW Group Werk in Steyr gingen wesentliche Impulse aus, die dem Pkw-Diesel einen ungeahnten Aufschwung verschafften, und das nicht nur in Europa. So waren 1990 etwa ein Viertel der Pkw-Neuzulassungen in Österreich Dieselautomobile, 2002 bereits 70 Prozent. Die steigende Nachfrage nach BMW Dieselautomobilen bestätigt das markentypische Motorenkonzept: Wurden im Jahr 2001 40 Prozent aller in Europa ausgelieferten neuen BMW Fahrzeuge von einem Dieselmotor angetrieben, so bewegte sich der Anteil in den vergangenen Jahren im Bereich von beeindruckenden 75 Prozent.

Bedeutung des Dieselantriebs für Österreich.

Aktuell sind auf Österreichs Straßen sechs von zehn Pkw Dieselfahrzeuge. Insgesamt bedeutet das über 2,7 Mio. zugelassene Diesel-Pkw.

Alternative Antriebstechnologien können sich derzeit in den Bereichen Anschaffungspreis, Infrastrukturverfügbarkeit und Zeitopportunitätskosten der Reichweitenerneuerung noch nicht mit konventionellen Antriebstechnologien messen. Die große volkswirtschaftliche Bedeutung des Dieselantriebs wird also noch für längere Zeit erhalten bleiben.

17,2 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung gehen in Österreich auf den Diesel zurück. Das entspricht einem Beitrag vom Bruttoinlandsprodukt in Höhe von sechs Prozent! 230.000 Arbeitsplätze, also jeder 19. im Land, sind auf den Diesel zurückzuführen. 

Doch nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm, auch der Beitrag des sauberen Diesels zur Erreichung der Klimaziele wird oft unterschätzt. Aktuell sind bereits 94 Prozent des weltweit verkauften Fahrzeugvolumens CO­­2-emissionsreguliert. Diese Regulierungen werden sich in den nächsten Jahren verschärfen, gerade in der EU. Moderne Diesel-Fahrzeuge tragen entscheidend zur CO­­2-Reduzierung bei, weil sie bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff als vergleichbare Benziner verbrauchen und bis zu 15 Prozent weniger CO­­ausstoßen. Nur mit modernen Selbstzündern und weiterer Elektrifizierung ist es somit möglich, die in Europa geforderten Flottenziele überhaupt zu erreichen. 

Somit werden wir auch in den nächsten zehn, 20 Jahren noch hocheffiziente Verbrennungsmotoren brauchen und bauen.