München, 22. Februar 2016. Die Zukunftsausrichtung des BMW Group Werkes München schreitet in großen Schritten voran. Der Neubau der Lackiererei und die Erweiterung des Karosseriebaus sind im vollen Gange, während das fünfte im Stammwerk produzierte Modell, der BMW 3er Plug-in-Hybrid, erfolgreich angelaufen ist. Das berichtete der neue Leiter des Werkes München, Milan Nedeljkovic, bei einem Pressegespräch.

„Ich freue mich sehr, die Verantwortung für das Stammwerk der BMW Group übernehmen zu dürfen“, sagte der 46-Jährige. „Ich sehe es als meine Hauptaufgabe, die Zukunft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Werkes zu sichern.“ Dafür investiert das Unternehmen rund 700 Millionen Euro und sorgt somit für moderne Produktionsstrukturen. „Der Erfolgsfaktor Nummer eins jedoch sind unsere motivierten Mitarbeiter“, betonte Nedeljkovic. Aktuell sind rund 7.800 Mitarbeiter aus mehr als 50 Nationen im Werk München beschäftigt. Die Bedeutung des Werkes spiegelt sich auch in der Zahl von 1.000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen im Zeitraum von 2011 bis 2015 wider.

Seit dem 1. Dezember leitet Milan Nedeljkovic das BMW Group Werk München. Seine Karriere bei der BMW Group startete der gebürtige Serbe 1993 als Trainee in München, wo er 1999 im Presswerk seine erste Führungsfunktion übernahm. Als Abteilungsleiter im Karosseriebau des Werkes Regensburg (2002 bis 2006), Leiter des Karosseriebaus und der Lackiererei im MINI Werk Oxford (2006 bis 2010) und schließlich von 2010 bis 2013 als Leiter der Montage in Leipzig entwickelte sich Nedeljkovic zu einem absoluten Produktionsprofi. Zuletzt schließlich zeichnete er für das Werk in Leipzig verantwortlich und somit unter anderem für die Anläufe der BMW Elektrofahrzeuge i3 und i8. „Nach mehr als zehn Jahren ins Werk München zurückzukehren, ist eine große Freude“, betonte der promovierte Maschinenbau-Ingenieur. „Das Stammwerk des Unternehmens zu leiten, ist zugleich Ehre und Verpflichtung. Hier hat 1922 alles begonnen, was sich seitdem zum weltweiten Produktionsnetzwerk der BMW Group mit 30 Standorten in 14 Ländern entwickelt hat.“

In den Standort mitten in der Stadt fließen bis 2018 rund 700 Millionen Euro. Das Unternehmen investiert unter anderem in die Erweiterung des Karosseriebaus und der Montage sowie in eine hochmoderne Lackiererei. Bereits im kommenden Herbst sollen die ersten Karossen testweise lackiert werden; der Serienbetrieb des 220-Millionen-Euro-Projektes startet Mitte 2017. „Künftig stehen uns in München hoch effiziente Fertigungsprozesse und Technologien zur Verfügung, um unsere Karossen in höchster Qualität zu lackieren“, sagte Nedeljkovic. Zudem werde großer Wert gelegt auf ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze in den Bereichen mit manuellen Tätigkeiten.

Zum Einsatz kommt die innovative IPP-Technologie (Integrated Paint Process). Mit diesem integrierten Lackieren vollzieht das Werk einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Produktion. So sinken im Vergleich zur aktuellen Lackiererei der Erdgasverbrauch sowie die Abgasemissionen um nahezu die Hälfte (jeweils 48 Prozent). Der Stromverbrauch reduziert sich um gut ein Viertel (27 Prozent). Die VOC-Emissionen (Volatile Organic Compounds), also die flüchtigen organischen Verbindungen, sinken um gut ein Drittel (35 Prozent). Bei der Abluftmenge sind es sogar zwei Drittel (66 Prozent). „In punkto Ressourcenverbrauch, Nachhaltigkeit und Umweltschutz setzen wir mit der neuen Lackiererei Maßstäbe“, betonte der Werkleiter.

Neben den zahlreichen Baumaßnahmen auf dem Werksgelände stand für Nedeljkovic in den ersten Wochen seiner neuen Funktion in München der Anlauf des BMW 3er Plug-in-Hybrid 330e im Mittelpunkt. Die Limousine, angetrieben von einem Vierzylinder-Benzinmotor in Kombination mit einem BMW eDrive Elektromotor, ist neben dem BMW 3er als Limousine und Touring, dem BMW 4er Coupé und dem BMW M4 Coupé das fünfte im Werk München gefertigte Modell. „Der BMW 3er Plug-in-Hybrid ist der nächste konsequente Schritt, elektrisch angetriebene Fahrzeuge im Stammwerk in Serie zu fertigen“, sagte Nedeljkovic. Der BMW 330e wird trotz seiner zahlreichen spezifischen Umfänge wie Elektromotor und Hochvoltspeicher für den Plug-in-Hybrid-Antrieb mit allen anderen Modellen auf einer gemeinsamen Fertigungslinie produziert. Die ersten Einheiten der überaus dynamischen und zugleich vorbildlich effizienten Limousine gehen dieser Tage in Kundenhand.

Zu den Herausforderungen der gesamten Münchner Werksmannschafts in den kommenden Jahren zählt auch, über die eigenen Werksgrenzen hinauszublicken und eine entscheidende Rolle im weltweiten Produktionsnetzwerk der BMW Group zu spielen. Denn das Stammwerk fungiert als Leitwerk im Zuge des Aufbaus des neuen Fahrzeugwerkes in San Luis Potosí in Mexiko, das ab 2019 in Serie fertigen wird. „Seit Januar sind die ersten Kollegen aus Mexiko bei uns, um sie im Werk München zu trainieren und auf den Anlauf der Produktion in San Luis Potosí optimal vorzubereiten“, schilderte Nedeljkovic. In Summe werden bis Ende 2019 rund 500 Mitarbeiter aus Mexiko in München geschult.

Auch auf technologischem Gebiet arbeiten die beiden Werke eng zusammen. So wird nach der Inbetriebnahme der neuen Lackiererei in München eine nahezu identische Anlage im mexikanischen Werk installiert. „Natürlich findet hier ein enger Austausch statt mit dem Ziel, unsere Erfahrungen mit der neuen Technologie hier in München bei der Inbetriebnahme der neuen Anlage in Mexiko einfließen zu lassen und dort die Produktion reibungslos zu starten.“

Um sämtliche Herausforderungen zu meistern, weiß Nedeljkovic eine „kompetente und leidenschaftliche Mannschaft“ hinter sich. „Elemente wie intensive Kommunikation und die Einbindung aller Mitarbeiter in die strategische Weiterentwicklung des Werkes sind mir sehr wichtig. Es kommt darauf an, die Kompetenzen, Erfahrungen und die Kreativität aller Mitarbeiter zu nutzen, um unsere Prozesse, Produkte und somit das Werk in Gänze jeden Tag noch ein Stück besser zu machen.“