BMW M4 GTS. DER GEHT TIERISCH SCHNELL.

München, 01. März 2016. Das BMW Group Werk München hat einen neuen Star: den BMW M4 GTS. Asphaltrasierer, böser Junge, rasender Technologieträger: Die Presse zeigt sich schwer beeindruckt von dem Ausnahme-Supersportler. Auch im Werk München spielt der auf Top-Performance und Leichtbau fokussierte M4 GTS eine Sonderrolle. Seine zahlreichen Modifikationen in den Serienprozess zu integrieren stellt die Werksmannschaft vor enorme Herausforderungen.

Peter Müller spricht von einer „Traumaufgabe“, als Werksprojektleiter seinen Beitrag dazu zu leisten, den M4 GTS auf die Straße zu bringen. „Das Fahrzeug fasziniert unheimlich. Es ist eine Freude, an diesem außergewöhnlichen Auto mitzuwirken.“ Der M4 GTS entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen dem Werk München und der BMW M GmbH. Das klare Ziel: ein exklusiver Technologieträger, der mit seinem kraftvollen, motorsportgeprägten Auftritt und High-Performance-Charakter eindeutig den Einsatz auf Rennstrecken anvisiert. Was nicht zuletzt eine Zeit von 7:28 Minuten für eine Runde über die legendäre Nürburgring-Nordschleife eindrucksvoll unterstreicht.

HOHE FLEXIBILITÄT GEFRAGT

Natürlich basiert der M4 GTS auf dem M4 Coupé. Die zahlreichen Besonderheiten des Fahrzeugs verursachen jedoch sowohl in der Technologie Lackierte Karosserie als auch in der Montage zum Teil deutlich mehr Handgriffe. „Es beweist unsere hohe Flexibilität, dass wir alle zusätzlichen Bauteile und Sonderanforderungen in den Serienprozess integrieren konnten. Das ist eine echte Stärke des Werks München“, betont Müller.

Seine Liste an Besonderheiten ist lang. Im Karosseriebau erhält der M4 GTS zahlreiche zusätzliche Bauteile, zum Beispiel die Anschweißpunkte für den Überrollbügel, die Befestigungen für den Sechs-Punkt-Sicherheitsgurt und den Feuerlöscher. All das kann „nur mit hoher Kompetenz und Flexibilität“ im Serienprozess abgebildet werden, erklärt Müller. Für die Kollegen der Lackiererei bedeutet der M4 GTS eine Sonderfarbe mehr, wenn der Kunde das kühl-aggressive Frozen Dark Grey Metallic wählt. Auch das will gut geplant und vorbereitet sein.

In der Montage verlangt beispielsweise das Instrumententafel-Tragrohr besondere Aufmerksamkeit. Es besteht aus Carbon und erfordert eine spezielle Montage mit besonderen Schrauben. Derartige Extratouren lösen bei Planern, Qualitätsspezialisten und Logistikern stets Bauchschmerzen aus. Die Verwechslungsgefahr mit den herkömmlichen Schrauben der Serienmodelle muss ausgeschlossen werden, die richtigen Schrauben müssen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort verfügbar sein.

Einen Sonderprozess erfordert auch das Fahrwerk. Da das speziell auf den M4 GTS abgestimmte 3-Wege-M-Gewindefahrwerk erst nachgelagert in den Werkstätten der M GmbH eingebaut wird, erhält jeder M4 GTS bei der Montage im Werk München zunächst ein normales M4-Fahrwerk. Von diesen sogenannten Umlauffahrwerken stehen 50 Stück zur Verfügung, die nach der Demontage und dem Wechsel des Fahrwerks bei der M GmbH wieder zurück ins Werk geliefert werden, um dort erneut in einem M4 GTS verbaut zu werden. „Auch das ist eine logistische Herausforderung“, betont Müller.

MIT HERZBLUT UND LEIDENSCHAFT

Nicht ohne ist auch der Montageprozess der mächtig breiten Räder (feine Cup-Felgen mit speziellen Sportreifen). Müller berichtet hier vom großen Aufwand, die Räder in Sequenz anzuliefern und zu montieren. „Außerdem passt das Auto mit diesen Riesenrädern gerade so in unsere Prüfstände“, erzählt er. Aber auch das hat die Werksmannschaft in den Griff bekommen.

Ohne Herzblut und Leidenschaft hätte wohl auch die Sache mit den optisch extrem coolen Rückleuchten mit Organic-Light-Emitting-Diode-Technologie, kurz OLED, nicht geklappt. „Dafür haben wir richtig gekämpft“, sagt Müller und schildert, dass die Komponente in enger Zusammenarbeit zwischen der Entwicklung, der BMW M GmbH und dem Werk München binnen nur drei Monaten vom Prototypstadium zur Serienreife entwickelt wurde: „Da sind wir schon ein wenig stolz darauf, das geschafft zu haben.“ Die Carbon-Fronthaube, die ebenfalls aus Carbon gefertigte Gelenkwelle und die Titan-Abgasanlage sind weitere Komponenten, die Peter Müller auf seiner Liste der besonderen Prozess-Aufmerksamkeiten hat. Denn Leichtbau wird beim M4 GTS großgeschrieben.

„Das Auto zu bauen fordert uns als Werk München massiv“, bringt er es auf den Punkt. Aktuell absolviert die Werksmannschaft die Vorserie 2. Der Produktionsstart für Kundenfahrzeuge erfolgt am 1. März. Überflüssig zu erwähnen, dass längst alle 700 Einheiten des limitierten 500-PS-Boliden verkauft sind. Bereits Ende 2016 endet die Produktion des M4 GTS. Bis dahin wird der „Bad Bull“, so Focus Online, Peter Müller und seinen Kollegen im Werk sicherlich noch mehrfach den Atem rauben. Und zwar nicht wegen seiner Beschleunigung von null auf 100 Stundenkilometer in nur 3,8 Sekunden.