ARCHITEKTUR.

Das Zentralgebäude.

Kann Architektur die Zusammenarbeit von Menschen und die Produktivität einer ganzen Fabrik fördern? Das Zentralgebäude nach Entwürfen der renommierten Architektin Zaha Hadid ist die räumliche Umsetzung dieser Idee. Mit seiner einzigartigen Form prägt dieses Gebäude nicht nur den architektonischen Eindruck des Leipziger Werkes, es ist zugleich das Kommunikations- und Nervenzentrum der Fabrik und die Drehscheibe zu allen Produktionsbereichen.

Das Gebäude bildet den Mittelpunkt des Werkes und seiner Abläufe. Es beherbergt große Teile der Verwaltungs- und Qualitätsfunktionen und verbindet gleichzeitg die Produktionsbereiche auf kurzen Wegen. Form und Funktion werden hier eins. Schon vom Foyer aus sind die Karosserien sichtbar, die zwischen ihren Produktionsstufen mehrfach durch das Zentralgebäude gleiten. Nahezu lautlos ziehen sie durch den Raum – vorbei an den Schreibtischen der Planer, Spezialisten und Manager und hoch über den Köpfen der Besucher.

Nicht nur die Produkte, auch die Informationen sind in dem offen gestalteten Raum ständig im Fluss. Frei zugängliche Büroflächen fördern in hohem Maße den Austausch unter den Mitarbeitern. In diesen transparenten Strukturen sind kurzfristige Reaktionen und Abstimmungen binnen kürzester Zeit möglich – ein entscheidender Vorteil für BMW Qualität und effiziente Prozesse.

Das Konzept und die außergewöhnliche Architektur des Zentralgebäudes haben auch in der Fachwelt bereits Anerkennung erfahren. So wurde das Gebäude unter anderem mit dem Deutschen Architekturpreis 2005 ausgezeichnet.

 

Architekturwettbewerb für das Zentralgebäude.

Einstimmige Entscheidung der Jury.

Das Zentralgebäude des BMW Werkes Leipzig war von Anfang an als ein besonderes Gebäude geplant, das nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch überzeugen sollte. Aus diesem Grund wurde für diese Aufgabe – einschließlich der umgebenden Landschaftsgestaltung – ein Realisierungswettbewerb durchgeführt. Hierzu bewarben sich im September 2001 über 200 Büros weltweit. 24 Architekten nahmen schließlich teil, neun waren in der zweiten Wettbewerbsphase noch dabei.

Am 22. März 2002 stimmte die Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern einstimmig für den Entwurf des Architekten-Teams Zaha Hadid mit Patrik Schumacher (London) und Gross.Max (Landschaftsgärtner, Edinburgh).

Der Wettbewerb hatte zum Ziel (Zitat aus der Ausschreibung), "ein Konzept von herausragender und charakteristischer Architektur, Landschaftsarchitektur, Gestaltung und Organisation hervorzubringen, das zugleich die Welt der Marke BMW repräsentiert. Es geht vor allem darum, den Charakter des Industriebaus intelligent und angemessen in eine Ästhetik zu übersetzen, die sowohl den repräsentativen als auch den funktionalen Anforderungen in gleicher Weise gerecht wird."
Die besondere Aufgabenstellung bestand darin, für das Zentralgebäude einerseits eine – Maßstäbe setzende – architektonische Lösung zu schaffen, andererseits aber auch die drei Fertigungshallen Karosseriebau, Lackiererei und Montage harmonisch zu verbinden. Dabei sollte der Entwurf das Gebot der Nachhaltigkeit in seinen vielfältigen Facetten widerspiegeln.

Das Zentralgebäude als Herzstück des BMW Werkes in Leipzig stellt neben der physischen Verbindung der drei Fertigungsbereiche auch die Kommunikationsdrehscheibe für das gesamte Werk dar. Als bewusstes Gestaltungsmerkmal wurde den Architekten vorgegeben, dass die Automobile (Karosserien) während des Produktionsprozesses dem funktionalen Ablauf entsprechend mehrfach das Zentralgebäude durchqueren und dabei die Produktion und die Produkte für die Mitarbeiter und Besucher jederzeit erlebbar machen sollen. Eine weitere Bedingung war auch, dass das Gebäude für Offenheit und Transparenz stehen soll, die das BMW Werk als neuer Nachbar in nachhaltiger Weise pflegen will.

Die drei Preisträger des Realisierungswettbewerbs (jeweils Architekt und Landschaftsarchitekt):
1. Preis: Zaha Hadid mit Patrik Schumacher (beide London) und Gross.Max (Edinburgh).
2. Preis: Lab architecture studio (Melbourne/London) und Karres en Brands (Hilversum).
3. Preis Peter Kulka (Dresden) und Peter Kluska (München).

Aus der Kommentierung der Jury: "Das Preisgericht ist beeindruckt von einem stimmigen Gesamtkonzept, das zugleich funktional und formal auf hohem Niveau überzeugt. Der Entwurf für das Zentralgebäude löst die integrativen und kommunikativen Anforderungen der Aufgabe sowohl in der äußeren Sprache des Baukörpers als auch in den Innenräumen auf bestechende Weise und schafft ein ansprechendes Arbeitsumfeld mit guter Arbeitsplatzqualität. Dies gelingt bei weitgehender Berücksichtigung ökonomischer, bautechnischer und baurechtlicher Aspekte."